Geschichten für Weihnachten 2020

Geschichten für Weihnachten 2020

Geschichten für Weihnachten 2020

«Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.»

 

Ich kann Immanuel Kant nur beipflichten 🙂
Deshalb gibt es am Ende des Jahres drei Geschichten für Weihnachten 2020 zu den Themen Hoffnung – Schlaf – Lachen.

Hoffnung – Martin und das Wunder

Schlaf – zum Einschlafen schön

Lachen – Lachen Sie!

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Impact Consulting
Ancilla Schmidhauser
Waserstrasse 61
CH-8053 Zürich
ancilla.schmidhauser@impactconsulting.ch
+41 79 542 92 79

Fotos im Beitrag:
© Titelfoto: Pawel Czerwinski

Nein und nochmals nein – Du liegst falsch! Punkt!

Nein und nochmals nein – Du liegst falsch! Punkt!

Nein und nochmals nein – Du liegst falsch! Punkt!

Der kanadische Musiker Dave Carroll war mit seiner Band Sons of Maxwell auf Tournee. Sie reisten mit Sack, Pack und ihren Musikinstrumenten per Flugzeug durchs Land.

Auf einem der Zwischenstopps geschah es: Die Gitarre des Sängers segelte durch die Luft und prallte hart auf dem Asphalt auf – beobachtet durch einen Passagier, der schrie: «Das Bodenpersonal schmeisst mit Gitarren um sich!»

Storytelling Blog Ancilla Schmidhauser

Bildquelle: unsplash.com

Wenn Befürchtungen wahr werden

Dave hatte einen kleineren Schweissausbruch, denn da unten befand sich auch seine Gitarre, eine Taylor im Wert von USD 3’500.-, neben seiner Stimme sein wichtigstes Instrument für die Tournee.

Am Zielort angekommen bewahrheiteten sich die Befürchtungen und Dave nahm seine Taylor in Empfang, zerstört. Er reklamierte. Doch bei den drei unterschiedlichen Angestellten der besagten Airline stiess sein Anliegen auf taube Ohren.

Storytelling Blog Ancilla Schmidhauser

Bildquelle: flickr.com/photos/griffincase/5834969359

WER NICHT HÖREN WILL…

Also füllte Dave ein Reklamations- und Kompensationsformular aus. Doch die Airline antwortete ihm: «Sie haben keinen Anspruch auf Kompensation, da sie das Formular nicht innerhalb der erforderlichen 24 Stunden eingereicht haben.»

Was dann folgte, war ein erfolgloses, neun Monate langes Hin und Her mit der Airline, die sich weigerte, ihre Verantwortung zu übernehmen. Können Sie sich die Frustration und die Fassungslosigkeit von Dave Carroll vorstellen?

Bildquelle: Andre Hunter, unsplash.com

…muss fühlen

Doch Dave Carroll blieb nicht untätig. Er schrieb ein Lied über sein Erlebnis und nahm ein Video auf. Er stellte das Video auf youtube. Was dann geschah ist legendär – nachfolgend eine kleine Zusammenfassung:

  • Auf Youtube gepostet: 6. Juli 2009
  • 150’000 Views am 6. Juli 2009
  • Anruf der Airline mit Versprechen, es wieder gut zu machen: 6. Juli 2009
  • Mehr als 500’000 Views: 9. Juli 2009
  • 5’000’000 Views: 16. August 2009
  • 10’000’000 Views: Februar 2011
  • 20’307’603 Views und 195’031 Likes: 30. Oktober 2020
  • 20’310’456 Views und 195’115 Likes: 1. November 2020

 

Youtube-Video von Dave Caroll – United Breaks Guitars

Kann Social Media ein Unternehmen zerstören?

Die Medien nahmen die Story auf und die Airline wurde heftig kritisiert. Die Airline liess über einen Sprecher verlauten: «Super Song!» Der Verantwortliche für Customer Solution rief Dave Carroll an und bat um die Erlaubnis, den Song für interne Schulungszwecke zu nutzen – damit so etwas nie wieder vorkomme.

Und Dave Carroll? Er bekam von der Airline eine Kompensation angeboten, die er ablehnte. Stattdessen spendete die Airline den Betrag an eine Institution, wobei sich daraus wiederum ein eigener Skandal entwickelte. Aber das ist eine andere Story.

Und wer ist schuld?

Bis heute ist die Story sehr präsent, man beachte, wie noch heute (11 Jahre nach dem Upload auf Youtube) die Anzahl Views und Likes nach oben klettern. Die Airline hat einen enormen Reputationsschaden erlitten, vom Aktienverlust ganz zu schweigen. Dabei wäre es nicht unmöglich gewesen, sich als Airline in so einem Falle anders, sprich kundenfreundlicher zu verhalten. Die Fragen, die ich mir stelle: Was ist kundenfreundliches Verhalten? Wo liegt welche Verantwortung (Unternehmensführung und andere Mitarbeitende)? Woran liegt es, dass es zu so einer Eskalation kommen kann?

Bildquelle: unsplash.com

Welche zerstörten Gitarren haben Sie im Keller?

So entstehen Unternehmensgeschichten – schlechte. Jede weitere Aktion des Unternehmens war nicht mehr in der Lage, diese schlechte Story auszumerzen. Meine Frage an Sie: Welche Stories erzählen Ihre KundInnen und PartnerInnen sowie Ihre Mitarbeitenden über Sie? Über Ihr Unternehmen? Kennen Sie diese? Hören Sie hin? Was tun Sie? Und welche Stories erzählen Sie?

Wenn Sie Ihre guten, richtigen Stories in die Welt setzen möchten, wenn Sie mit schlechten Stories adäquat umgehen möchten, dann rufen Sie mich an. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

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Kommunikation in herausfordernden Zeiten: Was Sie beachten sollten

Kommunikation in herausfordernden Zeiten: Was Sie beachten sollten

Kommunikation in herausfordernden Zeiten: Was Sie beachten sollten

Kommunikation ist eine tägliche Herausforderung. Sie soll schliesslich Wirkung zeigen. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Zielgruppe soll verstehen, annehmen, machen.

Was ist hilfreich, wenn Kommunikation in schwierigen Zeiten stattfindet? Wenn das Überleben in Frage gestellt ist? Wenn die Finanzierung zum Spiessrutenlauf wird? Wenn die Bestellungen abrupt auf fast Null zurückgehen? Wenn die Gesundheit auf dem Spiel steht? Wenn alle gestresst sind? Wenn die Zukunft unklar ist?

Vertrauen – oh ja!

Menschen möchten Vertrauen in ihre Führung haben. Das gilt auch für die Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden, Partner, usw. Vor allem in Zeiten, wo vieles auf dem Spiel steht, bildet Glaubwürdigkeit ein Fundament – wie ein Feuer, das als Orientierungspunkt in der Nacht leuchtet. Kommunikation der Führung sollte das Bedürfnis nach Vertrauen abdecken.

 

Vertrauen durch Selbstoffenbarung

Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden, usw. erwarten von der Führung eines Unternehmens weder 100%-iges Wissen noch Sicherheit. Logisch, sie wünschen sich Führung, Leitplanken, Vorgaben, eine Vision, aber auch Menschliches. Und hier können Sie als starke, nicht-alles-wissende, aber menschliche Führungskraft Akzente setzen, die Ihren Mitarbeitenden und der Kundschaft hilft, Vertrauen zu bauen.

 

Trust

Versprechen

Erinnern Sie sich an die Versprechen, die Sie gegeben haben? Halten Sie diese ein? Wenn nicht, warum nicht? Diese Versprechen bieten sich möglicherweise als Anknüpfungspunkte in Ihrer Kommunikation an: Auf Versprechen zurückkommen und erklären, warum diese nicht eingehalten wurden. Es braucht keine unendlichen Erklärungen, oft genügt es zu sagen: «Habe ich versprochen, konnte ich leider nicht einhalten. Ich war (beispielsweise) zu forsch/optimistisch/habe diesen Umstand falsch eingeschätzt.»

 

Zielgruppe kennen

Ihr Zielpublikum möchte sehen, hören, dass Sie es kennen. Vertrauen wird von denen entgegengebracht, die sich wertgeschätzt fühlen. Wertschätzung ist, wenn sich die Führung nach den Mitarbeitenden/Kundinnen und Kunden/Partner erkundigt, zeigt, dass ihnen deren Sorgen bekannt sind und ihnen bewusst ist, was die Zielgruppe gerade beschäftigt, was sie interessiert.

Einladen zum Dialog

Kommunikation bedeutet: Handlung zwischen Menschen und Organisationen unter gegenseitiger Bezugnahme mit zwei oder mehr Akteuren (möglicherweise auch über ein Medium); Informationsmitteilung in Form von Zeichen, Ziel ist das Verstehen dieser Mitteilungen (Quelle). Damit das Ziel erreicht wird, muss sichergestellt werden, dass die Information so ankommt, wie sie abgeschickt wird. Dazu gehört: nachfragen, in einen Dialog treten und dabei die richtigen Fragen stellen. Dazu braucht es Zeit und die Kompetenz, mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuzuhören.

Jetzt erst recht!

In der Krise steigt der Kommunikationsbedarf. Auch wenn es an allen möglichen Ecken brennt, die Kommunikation ist nicht zu vernachlässigen. Jetzt müssen Sie erst recht präsent sein. Zuhören, Fragen stellen, mit Botschaften sichtbar sein. Wenn Sie die Kommunikation reduzieren oder gar stilllegen, schaffen Sie Raum für Interpretationen. Das führt zu unnötigen Gerüchten, Ängsten, Unsicherheiten – das Vertrauen schwindet.

Perfektion

Perfekt? Nein!

Perfektion braucht es nicht, auch nicht auf alles Antworten. Als Führungskraft darf man auch mal sprachlos sein, nicht-wissend. Aber deklarieren Sie es. Stehen Sie dazu, gerade keine Antworten auf bestimmte Fragen zu haben. Zeigen Sie, womit Sie beschäftigt sind, welche dringlichen Prioritäten Sie setzen und woran Sie und Ihr Team mit welchen Zielen (Tag und Nacht) arbeiten.

 

Weitere Tipps

Offenbaren Sie Schwachpunkte. Aber zeigen Sie auf, was Sie tun, um den Schwachpunkt in einen Vorteil oder Vorsprung zu verwandeln. Sie sind kein wandelndes Lexikon, Sie haben auch keine Wahrsagerkugel. Das darf man offenbaren. Bei bereits bewältigten Herausforderungen offenbaren Sie mit kurzen Erzählungen darüber eine grosse Stärke als Führungskraft: Sie berichten gekonnt über die Schwierigkeiten und zeigen die Learnings daraus sowie wo das Unternehmen dank dieser Learnings jetzt steht.

Vertrauen

Orientieren Sie sich an diesen Eckpunkten für Ihre Short-Story:

  • Herausforderung
  • Zögerung, die allenfalls da war, bevor die Herausforderung angegangen wurde
  • weitere Herausforderungen, die sich ergaben, während des Weges, um Herausforderung 1 zu lösen
  • Zwischenlösungen, die erarbeitet wurden
  • Rückschritte/Rückschläge, die sich allenfalls auf dem Weg ergaben
  • entscheidende Hürde in der Problembewältigung und wie diese bewältigt wurde
  • Learning(s)/Erkenntnisse, die aus dem Ganzen gezogen werden konnten
  • neue erfolgreiche Situation

Achtung: nicht aus dem Ärmel schütteln

Gute, kurze Stories, die eine Selbstoffenbarung beinhalten, brauchen Vorbereitung und Übung. Selten gibt es Menschen, die so etwas ohne Vorbereitung erfolgreich bewerkstelligen. Eine Story muss zur Situation passen: Relevanz und Wichtigkeit für die Zielgruppe ist ein Muss. Zudem zeigt eine gute Story Werte, Fähigkeit und oder Tüchtigkeit.

Menschlichkeit – warum nicht?

Glaubwürdigkeit in schwierigen und hektischen Situationen sicherstellen? Das ist nicht einfach, aber hätten Sie an dieses Element der Selbstoffenbarung in Ihrer Führungskommunikation gedacht?

Die meisten Führungskräfte getrauen sich nicht, eine sogenannte Schwäche/Fehler/Misserfolg/Nichtwissen zu offenbaren. Sie sagen mir, sie hätten Angst, als Versager/-in wahrgenommen zu werden. Wieso eigentlich? Wir sind doch alle ein Stück weit Looser, schliesslich sind wir lernende Wesen und keine AI-Wesen (Artificial Intelligence).

Wichtig ist, dass Sie über die Bewältigung der entscheidenden Herausforderung(en) berichten und das Learning für die Organisation nicht unterschlagen.

Menschlichkeit und Short Story

Menschen sind menschlich

Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden, Partner suchen Menschlichkeit und erwarten es von Führungskräften. Menschlich ist, wer Fehler macht, nicht alles weiss und kann. Eine grossartige Führungsperson ist ein Mensch, der auch dazu stehen kann. Gewinnen bzw. Festigen Sie Vertrauen, damit Sie sich um Stabilität, Liquidität und nachhaltigen Erfolg kümmern können.

 

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Pimp Dein Produkt

Pimp Dein Produkt

Pimp Dein Produkt

Gehören Sie zu den Menschen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgreich vermarkten und verkaufen möchten?
Gehört Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung jedoch zu den normalen, unscheinbaren und Sie bewegen sich auch noch in einem Markt mit vielen Mitbewerbenden?
Dann wird es Sie interessieren, wie Sie aus etwas Normalem etwas Besonderes machen – mit einer Story.

Das nackte Heft

Ein Heft, um Notizen reinzuschreiben. Klein, daumendick, erhältlich in DIN A5 oder DIN A6, kariert oder blanko, in einem schwarzen Synthetik-Einband und mit einem Gummiband versehen, das den Umschlag zusammenhält. 2006 war dieses Heft eine unscheinbare Marke. Heute ist es eine Erfolgsgeschichte (die Zahlen sprechen für sich: dieteren.com/en/financial-information).

Doch wie kam es dazu? Die Basis für die Erfolgsgeschichte ist der Bestseller von Chatwin “Traumpfade”. Im 1987 erschienen Buch schreibt der Autor, dass er bei jeder Reise nach Paris in der Papeterie in der Rue de l’Ancienne Comédie einen Vorrat von einem Heftlein einkaufe. Doch eines Tages war der einzige Hersteller verstorben, die Besitzerin der Papeterie bekomme keine Notizbücher mehr. 

Alles nur erfunden?

2006: Die Recherchen ergaben keinerlei Anhaltspunkte: Weder fand sich ein Unternehmen, dass diese Heftlein produziert hatte, noch Einträge im Handelsregister, auch die legendäre Papeterie in der Rue de l’Ancienne liess sich nicht ausfindig machen. Und Chatwin selber war 1989 im Alter von 49 Jahren verstorben. 

Etwas jedoch liess sich feststellen: Viele Denker und Künstler, von Picasso bis Sartre hatten mit schwarzen Notizbüchlein zu tun gehabt. Es fanden sich auch gebrauchte Notizbücher, die dem von Chatwin beschriebenen sehr ähnlich waren. Und so entstand die Idee, eine Geschichte zu entwickeln.

Das Buch der Künstler und Denker

So wurde das schwarze Notizbüchlein, angelehnt an die Beschreibung von Chatwin, neu produziert (übrigens in China) und an italienische Buchhandlungen ausgeliefert. Angepriesen wurde es als das legendäre Notizbüchlein, das Buch der Künstler und Denker, das erst noch darauf warte, geschrieben zu werden. Die Leute kauften es wie verrückt.

Also liessen die Hersteller den Namen schützen und begannen mit der Expansion und damit mit der bis heute anhaltenden Erfolgsgeschichte.

Erfolg wegen einer Geschichte

Geschichten helfen nicht nur Erzählenden und Zuhörenden, Erlebtes zu einem Ganzen zu verschmelzen und ihm dadurch Sinn zu verleihen. Die Darbietung der Informationen ist glaubwürdig und leicht verständlich und brennt sich daher im Gedächtnis ein. Gute Geschichten eignen sich daher, um Marken entstehen und entwickeln zu lassen. Denn starke Marken basieren auf starken Produkten / Dienstleistungen und leben in den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten.

Was für eine Geschichte Sie benötigen

  • Der Markenkern muss klar sein: welches Ziel verfolgt die Marke und welche Botschaft hat sie
  • Was ist das Problem, welches das Produkt / Dienstleistung löst
  • Spannende Charakteren mit ihren Stärken
  • Ein spannender Plot
  • Die Konsumentin/Konsument spielen in der Geschichte die Heldin/Held

 

Im letzten Punkt unterscheidet sich meine Haltung von anderen Storytelling-Experten. Gerne raten andere dazu, sich selbst – sprich das Unternehmen – als Helden darzustellen. Ich selber bin kein Fan von dieser Option. Wenn ich von meiner Zielgruppe etwas möchte (dass sie mein Produkt / Dienstleistung kaufen), dann ist es psychologisch naheliegender, die Zielgruppe in die Rolle der Heldin/Helden zu stellen.

Und so lautet die Geschichte und Botschaft

Im Falle des Notizbüchlein lautet die Geschichte wie folgt:
Das Unternehmen ist der Held. Denn es hat das Notizbüchlein für alle zugänglich gemacht. Und es stemmt sich gegen uniformes Denken und die Gleichschaltung von Kultur und Geschmack. Nur so kann es Individualisten, Denkern, Künstlern eine qualitativ hochwertige Plattform für deren Ideen zur Verfügung stellen.

Die Botschaft lautet:
Das Notizbüchlein ist der selbstlose Partner der Kreativen. Es ist nicht nur Ort für Notizen, sondern macht seine Besitzer zu Kreativen. Deshalb ist auch klar, dass diese Notizbüchlein einen höheren Preis haben. Dieser überträgt sich auf die Bedeutung der Gedanken, die die Besitzer reinschreiben und damit auf diese selbst. Hinzu kommt, dass die Besitzenden von solchen Notizbüchlein Gedanken eintragen UND Zeit opfern. Ein Gut, welches heute selten und kostbar ist. Das macht per se, dass der Inhalt wertvoll ist. Auch wenn es an Kreativität und Reichtum an Geist fehlt. Das Notizbüchlein ist also ein Statement: Wer es hat, zeigt, dass sie/er Zeit fürs Denken und Schreiben hat oder sich dafür Zeit nimmt. Selbst wenn nur Telefonnummern eingetragen werden… (ha!).

Der Erfolg basiert nicht nur auf der Geschichte

Die Geschichte muss gut sein und ein Stück weit auf der Wahrheit basieren. Ich bin davon überzeugt, dass gutes Storytelling glaubwürdig sein muss. Eine Geschichte von Grund auf erfinden, würde daher nicht funktionieren. Im Falle des Notizbüchlein haben wir diese Spuren aus der Vergangenheit: Künstler, Denker, Poeten nutzten Notizbüchlein für ihre Arbeiten. Auch wenn es nie ein Unternehmen mit diesem Namen gab. Auch wenn die Papeterie vielleicht nie existiert hatte. Gleichzeitig bedient eine gute Geschichte Sehnsüchte des Zielpublikums. Das hat zur Folge, dass die Identifikation der Benutzenden hoch ist. So viele Menschen berichten über ihre Nutzung des Notizbüchleins, lassen sich damit abbilden, binden es in Kinofilme ein und erwähnen es mit lobenden Worten (Brad Pitt, Richard Branson, Magnolia, Der talentierte Mr. Ripley, Die fabelhafte Welt der Amélie, Der Teufel trägt Prada, usw.).

 

Es sind die Kundinnen und Kunden

Das Unternehmen hinter dem Notizbüchlein weiss, dass die offizielle Geschichte auf wackligen Füssen steht. Deshalb nutzt es die Reaktionen ihrer Kundschaft für ihre Marke. Die Menschen, die das Notizbüchlein nutzen und darüber berichten, sind wichtig für die Marke. Denn sie verbreiten die Geschichte und damit das Produkt weiter. Und sie zeigen, dass das Unternehmen das Kernversprechen einlöst: die Plattform für Denkende, Künstlerinnen/Künstler, Kreative zu bieten.

wie von ihnen gemacht

Das Unternehmen investiert deshalb viel darin, die Kundschaft mitgestalten zu lassen: Die Website sieht so aus, als ob die Nutzerinnen und Nutzer der Notizbüchlein diese gestalten, sie verfassen Stadtführer, teilen ihre Eindrücke und Erfahrungen auf den Blogs. Bekannte Kunstschaffende werden eingeladen, Notizbüchlein zu gestalten und die entstehenden Ausstellungen touren durch die Welt. Weiter geht das Unternehmen Kooperationen mit inspirierenden Orten und Menschen ein. Daraus entstehen dann Notizbüchlein in limitierten Auflagen. Proaktiv wird die Kundschaft eingeladen, mitzumachen, mitzudenken, Ideen zu entwickeln. Die Grenzen sind dadurch nicht mehr klar ersichtlich: Was stammt jetzt von den Mitarbeitenden des Unternehmens, was von Dritten?

Und wer noch nicht herausgefunden hat, um welche Marke es sich hier handelt:

Moleskin

 

Mehr zu Moleskin: us.moleskine.com/about-us

Zahlen zu Moleskin: dieteren.com/en/financial-information

Fotos im Beitrag:
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