E-Commerce und Emotionen

E-Commerce und Emotionen

Emotionen und E-Commerce

Im analogen Point of Sale spielt sich das Storytelling im Verkaufsregal oft auf der Produkteverpackung und minimal auf den effizient gestalteten Preisschildern ab. Und in der geometrischen Welt der Verkaufsregale übernehmen manchmal Displays wie Hängekartons an der Decke eine sanfte Unterstützung mit etwas Atmosphäre bei dieser Begegnung mit Menschen.

Warum mehr als den Kick beim Klick bieten?

Mit dem E-Commerce Universum mauserte sich das bisherige Verkaufserlebnis zusätzlich zu digitalen Touchpoints und zu einer zunehmend komplexeren Customer Journey. Getrieben von intelligenter Technik, allerlei Messpunkten und dem Call-to-Action mit Myriaden von Klickbuttons. Für den einen Song der Rolling Stones ist in diesem Zusammenhang eine Update-Version zu «I can get Instant Satisfaction» vorstellbar.

Was mir vor allem im Online-Business auffällt: Das wachsende Bedürfnis nach «Rich Enjoyment» zeigt viel Potential für die Verbindung mit Business-Storytelling. Für eine Begegnung mit Menschen, die aus weit mehr als technischen Affinitäten bestehen und sich statt einer verkümmerten Zielgruppenansprache mehr Erlebnis, ja sogar mehr Spannung wünschen.

 

Storytelling baut Brücken

Meine eigene Beobachtung zum Coop TV-Spot der Weihnachtskampagne 2019 «Ein Fest für mich und dich»: Die Geschichte der Mikrofonsprecherin Lulu und dem Lebensmittelkäufer Louis haucht dem Verkaufsregal eine ganze Menge Leben ein und die Lulu dem Louis ihre Zuneigung über die Deckenlautsprecher.

Meine eigene Beobachtung zum Coop TV-Spot der Weihnachtskampagne 2019 «Ein Fest für mich und dich»: Die Geschichte der Mikrofonsprecherin Lulu und dem Lebensmittelkäufer Louis haucht dem Verkaufsregal eine ganze Menge Leben ein und die Lulu dem Louis ihre Zuneigung über die Deckenlautsprecher.

Storytelling schafft mit emotionaler Glaubwürdigkeit Vertrauen und baut Brücken zwischen Verkaufspunkt und dem Kundenkontakt. Wieviel Glaubwürdigkeit liefert die Geschichte von Lulu und Louis in einer Minute und 30 Sekunden? Die Liebe auf den ersten Monitorblick von Lulu mit dem Prädikat «Für mich und dich» macht aus der Fantasygeschichte das Erlebnisversprechen für alle. Eine Portion Tränendrüsen und Weihnachtsglück inklusive.

Gutes Storytelling wirkt nachhaltig

 

Back to Lulu und Louis – für die Disziplin Business erwirken Erzählformate ähnlich der Geschichte mit dem Ritt auf der Kanonenkugel von «Baron Münchhausen» einerseits starke Empfindungen, andererseits verursacht der Effekt, es mit der Wahrheit nicht immer so genau zu nehmen, einen leichten Nachgeschmack der Unglaubwürdigkeit. «Instant Satisfaction» versus «Sustainable Statisfaction»?

Stichwort E-Commerce und Neuromarketing

 

Bild: Gruppe Nymphenburg/ Hans-Peter Häusel, limbische Analyse E-Commerce

Die Bücher des deutschen Diplom-Psychologen Hans-Peter Häusel fokussieren Ableitungen der Hirnforschung in die Welt des Neuromarketings. Die Adaption seiner Limbic®Map beschreibt Ceridwen Lentz im Online-Magazin content-manager für den Bereich E-Commerce treffend mit dem Titel «Zielgruppen sind auch Menschen».

Der Artikel liefert mit Feststellungen wie, dass die Merkmale einer «E-Commerce-Plattformnicht nur einen technisch leistungsfähigen Shop und korrekte Produktinformationen» umfasst.

 

Wie ticken wir als Unternehmen oder Organisation?

 

In der Entwicklungsarbeit für ein Storytelling validiere ich mit den Unternehmen und Organisationen herausragende Werte für eine nachvollziehbare Differenzierung. Die angestrebten Emotionen unterliegen keiner mathematischen Erhebung, eher einer Verbindung von Mentalität und erbrachter Leistung mit der kraftvollen Entdeckungswelt von Geschichten. Ziel ist eine holistische Annäherung für die Begegnung mit dem Kunden.

Störungen in die Geschichten aufnehmen

 

Weiter zu Digitec Galaxus, der Schweizer Nummer eins der Onlineshops für Elektronik und gleichzeitig punkto Umsatzstärke unter den Top drei mit über 770 Millionen Schweizer Franken (Netzwoche/Carpathia). Diese Kampagne mit teilweise sehr kurzen TV-Spots weckt schon über den Kampagnentitel «Ehrliche Meinungen» die Neugier, diese signalisierte Authentizität gleich mal zu überprüfen.

 

In 34 Sekunden stellt die personifizierte Darstellung des Feedbacks einer Kundin mit dem Motto «Ich brauche Musik» zum Thema Kopfhörer eine von vielen Wahrnehmungen dar. Was sofort auffällt – die gute Rückmeldung zur Produktequalität ist mit einem kritischen Hinweis angereichert. Und nicht nur bei diesem Spot. Beim spontanen Check weiterer Versionen lässt sich während der Betrachtung der kleine Anflug von gedanklicher Bewunderung für diesen Mut kaum verhindern.

 

Farbpallette hoch 3

Storytelling im E-Commerce ist so bunt wie die mehr als 2800 Farbtöne des farbenprächtigen Pantone Matching Systems. Der zweite Blick auf den eigenen Online-Shop durch die Geschichtenbrille lohnt sich. Der eventuell zu eindimensionale Touchpoint wandelt sich zu einem reichhaltigen Willkommen für Menschen – späteres Klicken auf den Bestellbutton nicht ausgeschlossen.

Storytelling ist lernbar. Für kleine und grössere Firmenteams.

  • Halbtag-Training für einen ersten Überblick
  • Ganztag-Training mit einer Skizze für ein eigenes Projekt
  • Erfahren Sie hier mehr zur Welt des Storytelling

Fotos im Beitrag:
© Joshua Rawson-Harris on Unsplash
© Bernard Hermant on Unsplash
© Charles on Unsplash
© Alexander Ross on Unsplash
© Cooper and Wild on Unsplash

Mein heutiger Buchtipp zum Thema Business Storytelling

Mein heutiger Buchtipp zum Thema Business Storytelling

Mein heutiger Buchtipp zum Thema Business Storytelling

Eines der ersten und bis heute wichtigsten Bücher für mich ist:⁠

«Business Storytelling for Dummies» ⁠von Karen Dietz und Lori L. Silverman⁠

Die beiden Damen gehörten zu meinen ersten Lehrerinnen, als ich vor vielen Jahren anfing, mich intensiv mit Storytelling im Business auseinanderzusetzen. ⁠

Das Buch behandelt die folgenden Themen:⁠

  • Was macht eine Story zur Story⁠
  • Stories, die man/frau haben sollte⁠
  • Storylistening: wie man zu Stories kommt⁠
  • Entwicklung und Schärfung von Stories⁠
  • Erzählen und Teilen von Stories⁠
  • Storytelling für besondere Situationen ⁠

Ich finde das Buch wertvoll, weil es nicht nur Anleitungen enthält, sondern anhand von sehr vielen Beispielen zeigt, wie du selber in die Umsetzung kommst.⁠

Die Stories darin sind inspirierend und du kannst die Wirkung von Storytelling unmittelbar erleben.⁠

 

Lori und Karen gehören zu den Pionierinnen in den USA, die mit Storytelling erste Anfänge machten und viele Projekte begleiteten. Im Buch bekommst du ihre wertvolle Erfahrung und Begeisterung zu Storytelling im Business.⁠

#WileyBrand

Moxy Hotel Check

Moxy Hotel Check

Moxy Hotel Check

Storytelling im Raum –
ein Universum für Prototyping

Rückblende August 2018. In meinem Kurzbericht über das Video-Storytelling der Moxy Hotels gefallen mir die luftigen, frechen und direkten Elemente der Influencer-Kampagne mit Taryn Southern und das Zuschauergefühl, wohl etwas Wichtiges zu verpassen und darum sofort in einem Moxy Hotel einzuchecken – beispielsweise mit Oli White (britischer YouTuber). Auf den zweiten Blick habe ich dennoch Fragen: Tickt die Zielgruppe wirklich so? Liefern die, was sie anpreisen? Mein Versprechen einer genaueren Überprüfung für Euch hat etwas gedauert.

Jahreswechsel 2019-2020. Das Moxy Hotel beim Airport Milano Linate. Schon vor dem Hotel, in der Drehtüre und beim kombinierten Bar-Empfang ist klar – das Moxy Storytelling wirkt nach aussen und innen. Vor allem in Verbindung mit Architektur, Innendekoration, Designelementen und der flankierenden Kommunikation. Gerade als Hotelkette ergeben sich über die verschiedenen Standorte beabsichtigte und eigendynamische Multiplikationseffekte.

«PLAY ON #ATTHEMOXY»

Das Moxy Konzept mit dem Hashtag-Claim (gleichzeitig die WLAN-Adresse) ergänzt das Marriott Portfolio im Bereich Lifestyle und gleichzeitig als Budget Hotelmarke. Zum Leistungsversprechen zählt der Einladungspitch «Work hard, play hard. All day, all night»; die Réception ist 24 Stunden geöffnet.

 

Der Check-in funktioniert schnell, die Bedienung im schwarzen Moxy Hoodie ist freundlich, mir fallen die Sprüche auf allen möglichen Flächen auf. Die rockangehauchte Berieselungsmusik stört nicht, die vielen Farben sind schrill aber aufeinander abgestimmt und die facettenreiche Möblierung vermittelt die Atmosphäre eines Coworking oder Innovation Labs. Beim Herumschnuppern fallen mir die überall verteilten Bücher auf und der viel benutzte Billardtisch oder der Bibliotheksraum mit zwei Apple Arbeitsstationen, vier Coworkingplätzen und einem einfallsreich befüllten Wandregal.

Für eine gute Storytelling-Atmosphäre

Starkes Branding

 

Das Hotel mit (Pantone-Farbe) Purple Branding. Mit Moxy bricht Marriott mutig die Regeln eines konventionellen Hotelaufenthalts (44 Hotels in Nordamerika, Europa und Asien – 96 in der Pipeline, auch für die Karibik und Südamerika). «Die witzigen, verspielten und stilvollen Hotels, die den Gästen alles bieten, was sie sich wünschen» – für Junge und Junggebliebene, die integrative Marke, die im Raum lebt. Platzsparend und erlebnisprotzend.

Auf dem Weg zum Bett verursacht das Bügelbrettzimmer mit Bedienungsanleitungsposter und die Graffititeiltapete im Zimmer samt der eleganten Beleuchtung ein Lächeln und das Gefühl, wirklich Lifestyle fürs Geld zu bekommen.

Das Paket des Moxy Storytelling liest sich gut. Laptop aufgeklappt und gleich nochmals ein Video aus der Influencerkampagne «Do Not Disturb» mit Taryn Southern («Emerging Technology Storyteller»; YouTube-Star, Komikerin und Gründerin von Taryn TV) schauen. Die wilden Interviews sind dem disruptiven Hotelkonzept sorgfältig angepasst – beispielsweise mit dem Internet-Star Brittany Furlan und Fragen wie – «Was ist deine bevorzugte Schlafstellung?» Gefolgt von Brittany’s spontaner Bemerkung, dass die blutige Menstruation ihr Leben gerade etwas einschränkt. Der Erfolg der Interviews ist enorm, Moxy produziert eine zweite Staffel.

Flughafen, Kunstsee, umringt von Parkplätzen

 

Das Moxy Linate mit 200 Zimmern eröffnet am 12. April 2018 mit einer pinkzentrierten Party, kostenlosen Tattoos und vielem mehr. In kurzer Spazierdistanz zum kompakten Flughafen mit einer öffentlichen Busverbindung zum Domplatz.

 

«Crew und Captain» des Moxy erklären mir, dass die ganzen Sprüche im Hotel eine lokale Eigenkreation sind und dass in anderen Moxys unterschiedliche Sprüche die Gäste immer wieder zu Entdeckungen einladen:

  • Kreidetafeln/-flächen und Plexiglas-Tischsteller; für teilweise täglich wechselnde Sprüche an der Bar, an Wänden, bei der Geschirr-Rückgabe, am Buffet, in der Lounge, in der Bibliothek/Coworking Space und den Meeting-Räumen.
  • Klebetapeten und Zettel in den Zimmern («Don’t come knocking» Türschild oder Hinweiszettel «You’re smoking! Just not in here please.»)
  • Gedruckte Poster wie im Bügelzimmer
  • Bodenteppiche
  • Drehtüreneingang

 

Wem der kleine Fitnessraum («Sweat, Smile, Repeat») nicht reicht, macht Laufsport am 2.6 Kilometer langen «Idroscalo» See hinter dem Hotel. Das Moxy selbst ist inmitten der Parkplätze für die Autos der Fluggäste ist nicht romantisch gelegen, der schmale Sitzstreifen neben der Türe ist ohne Grün.

 

Beim reichhaltigen Frühstücksbuffet für 12 Euro lerne ich eine Anwältin aus Brasilien kennen, die in London den Silvester abrocken will und mich beim «Neujahrsgruss» heftig drückt. Und einen jungen Mann im Rollstuhl aus Hongkong, der in London Keyboard studiert und Musik als echte Freiheit empfindet.

Das Moxy Storytelling wirkt auf die Gäste unterschiedlich. Aber es wirkt. Ob jüngere Singles, Paare oder Gruppen, Familien, Businessmenschen und Grosseltern. Einigen ist bewusst, das Moxy mit Marriott International und Ikea zu tun hat. Anderen ist es egal. Der urbane, unkomplizierte und weltoffene Spirit strömt in und aus allen Altersklassen. Das ist nicht der letzte Moxy-Aufenthalt.

Fazit 

Löst das Video-Storytelling mit Taryn Southern die Botschaft eines so ganz anderen Hotels ein? Zwar habe ich niemanden in einem anderen Zimmer besucht und bei mir an der Zimmertüre haben keine anderen Gäste angeklopft, aber die unterschiedlichen Sitzgelegenheiten, Sprüche und Farben in der Lounge fördern das spontane Gespräch. Und das Gefühl, an einem leicht verrückten, aber prickelnden Ort zu sein. Wie sonst in keinem anderen Hotel. Wer keine eigene Themen als «Ice Breaker» sprechbereit im Kehlkopf mitführt, nimmt Bezug auf das Storytelling oder andere Details der Innenraumgestaltung. Das klappt. Fast kriegt man Lust, mit einer unbekannten Person eine Runde Billard zu spielen.

Storytelling ist so alt wie die Menschheit. Von den 44’000 Jahre alten Felsbildern mit Jagdszenen auf der indonesischen Insel Sulawesi (2019 entdeckt) bis zu den Moxy Hotels. Der Grundgedanke der Überlieferung von Nachrichten ist geblieben.

Neu sind sorgfältig erarbeitete Storystrategien samt Publikationskonzepten. Für Unternehmen, Startups oder Institutionen öffnen packende und berührende Stories neue Horizonte und entfalten sich immer wieder zu mehr als einer ergänzenden Kommunikationsmassnahme. Mit unserem Business Storytelling erarbeiten wir in Beratungen und Workshops ebenfalls Adaptionen bis in die Signaletik hinein. Best Practices wie die Moxy Hotels liefern dabei wertvolle und vielfältige Impulse. Nicht nur für Unternehmen mit mehreren Standorten.

Die Moxy Hotels von Marriott International aus Bethesda, Maryland, USA. Auf die Ankündigung 2013 folgt die Eröffnung des Moxy am Malpensa Airport in Mailand am 1. September 2014 (gleich beim Terminal 2, 152 Zimmer). Marriott erweitert damit das konstante Wachstum seit 1927 mit inzwischen 30 Hotel Brands, 6906 Hotels weltweit (2018 – 130 Länder mit mehr als 1.2 Millionen Betten, 176’000 Mitarbeitende) und einem Umsatz von 20.76 Milliarden USD.

Als Mitgründerin und Besitzerin entscheidet sich IKEA mit diesem Schritt für den Einstieg in die Hotelbranche. Mit der eigens dafür gegründeten Inter Hospitality Holding und dem Management via der Nordic Hospitality AS. Übrigens ohne Verwendung eigener Möbel.

Storytelling ist lernbar. Für kleine und grössere Firmenteams.

  • Halbtag-Training für einen ersten Überblick
  • Ganztag-Training mit einer Skizze für ein eigenes Projekt

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Storytelling Cheers: ein Hoch auf das Storytelling

Storytelling Cheers: ein Hoch auf das Storytelling

Storytelling-Cheers: ein Hoch auf das Storytelling

In der Vorweihnachtszeit gibt es zwei Sorten von Menschen. Die einen lassen sich nicht wild machen und haben Zeit und Muse für gehaltreiche Gespräche oder Auseinandersetzungen sowie die dazugehörenden kulinarischen Begleitungen. Und die anderen sind die Gehetzten, Gestressten, rotierend zwischen Abarbeiten der Aufgabe Nr. 856 der To-do-Liste Nr. 99 und dem nächsten Nervenkollaps.

Extra zwischen Advent Nr. 2 und 3

Nun, die Vertreterinnen und Vertreter der zweiten Gruppe fanden sich locker-leger ein zum Storytelling-Cheers, exakt und absichtlich gelegt zwischen Advent Nr. 2 und Advent Nr. 3. Und genau diese Spezies von Menschen machte diesen Anlass zu dem, was er sein sollte: gelöst, fröhlich, offen und natürlich Story-erzählend. 

Diese Stories machten die Runde: warum Storytelling wichtig ist, wie Storytelling umgesetzt wird, was die Erlebnisse mit Storytelling sind, usw.

Das Leben zelebrieren

«Ich möchte einfach mal Danke sagen und mit Euch einen gemütlichen Abend voller Inspiration verleben», so hiess Ancilla Schmidhauser die Gäste willkommen. «Es ist für uns alle oft stressig, hektisch, wir sind ständig gefordert und überfordert. Und doch geht es uns gut. Im Vergleich zu so vielen anderen Menschen sind wir verwöhnt und vergessen dies gerne. An diesem heutigen Abend wollen wir deshalb das Leben zelebrieren. Danke für Euer Vertrauen, Wohlwollen und Eure Inspiration in den Projekten und in der Zusammenarbeit.»

Lokale Helden

 

Frau und Herr Lädelifrau aus Witikon waren für die Kulinarik besorgt. Das fein gemachte Essen mit Zutaten von lokalen Produzenten aus allen Teilen der Schweiz sorgte für glückliche Mägen, ebenso die von der Gastgeberin persönlich ausgewählten Weine. Ein mit Liebe und Hingabe hergestellter Weihnachtsbaum der beiden Schwestern Fabia und Laura Löw der Schokoladen Manufaktur Löw Delights sorgte für Ahhhhhs und Ohhhhs und einen wunderbaren Abschluss eines stimmungsvollen Abends.

Hier einige Stimmen

 

«Toller Abend, endlich mal ein Event, der nicht oberflächlich und langweilig ist.»

 

«Wow, was für spannende Menschen und was für tolle Geschichten.»

 

 

«Ancilla-like! Danke für diesen tollen Moment und die Einladung.»

 

Ach übrigens

 

Und falls Sie am Storytelling-Cheers nicht dabei waren, hier noch eine Story, die – vor allem vor dem Ende eines ereignisreichen Jahres – kostbarer nicht sein könnte:

Die Geschichte von den beiden Samenkörnern

Frühling. Zwei Samen liegen in der Erde. Sagt Same A: «Ich will raus, hoch, an die frische Luft. Ich will wachsen, meine Blätter und Knospen entfalten. Ich will die Sonne erleben und den Regen.»
Also wuchs Same A.

Same B sagte: «Nein, ich habe Schiss (Angst). Ich weiss nicht, was da oben ist. Was, wenn ich mich auf dem Weg verletze? Die Erde ist hart und unfreundlich. Was, wenn ich nicht rauskomme? Was, wenn ich rauskomme und dann – zack! frisst mich eine Schnecke? Oder ich werde abgerissen? Nein, ich bleibe und warte, bis es sicher ist.»
Und so wartete Same B.

Das Huhn. Vom Bauern. Auf dem Hof rumscharrt. Findet den Samen. Und zack! frass Same B.

Die Moral von der Story: Jene von uns, die sich weigern, etwas zu riskieren und zu wachsen, werden vom Leben verschlungen.

(frei erzählt nach Patty Hansen aus Hühnersuppe für die Seele von Jack Canfield und Mark Victor Hansen)

Der nächste Storytelling-Cheers findet im 2020 statt.

 

Löw Delights

Lädelifrau

Birdhaus

Fotos: © Linda Pollari

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Ende der Story – Story des Monats

Ende der Story – Story des Monats

Story des Monats

Ende der Story

Manchmal ist der Mensch ein Trottel. Manchmal bin ich ein Trottel. Jetzt fühlen wohl alle Anwenderinnen der Sei-stets-liebevoll-mit-dir-Methode das Körperbeben eines inneren Aufschreis. Doch ich finde keine anderen Worte. Ich bin ein Trottel.

Dieses Fazit zielt auf «Gelegenheiten» ab; günstige Augenblicke, die unregelmässig kommen und wieder gehen. Und ganz konkret ist dieser «Trottel» mit der Verbindlichkeit eines «Versprechens» verknüpft, dem Grundsatz von geben und einlösen. Und die Verbindlichkeit klettert hier bis zu den Sternen, wenn einem die Person und das Versprechen wichtig sind. Sehr wichtig. Im eigenen Herzen ihren Platz haben.

 

Nein, nicht der unbeliebte Onkel

Der erst noch bald wieder zu Besuch kommt und einem Immer-Willkommen-Versprechen folgt. Gemeint ist auch nicht die langweilige Kollegin, die sich leicht hysterisch auf das baldige-Wiedertreff-Versprechen freut. Um dann einem wieder die Ohren vollzujammern und sich mit keinem Wort nach dem Befinden des Gegenübers erkundigt.

 Nein, es sind die Menschen die man mag, die man liebt, die wertvoll für das eigene Leben sind, ohne dass einem allgegenwärtig und stets bewusst ist.

 

Ein 2.5 Jahre altes Versprechen

Leichtfüssig säuselte ich das Versprechen über die Lippen. Ein Wiedersehen. Zu einer bestimmten Zeit. Mit einem herzlichen Lachen und einer tief verbundenen Vertrautheit. Was spielen dabei schon 10’000 Kilometer Distanz für eine Rolle? Keine. Ein Pappenstil. Ist doch ganz einfach: Flug buchen, rein in den Langstreckensitz und mitten durch den Himmel im 12-Stunden-Direktflug. Zu diesem wunderbaren, für mich unverzichtbaren Menschen. Pünktlich auf die Versprechens-Deadline.

Was in diesem Zeitraum von 2.5 Jahren wirklich geschah: Die Zeit rieselte fast unbemerkt durch die Sanduhr. Bei zwischenzeitlichen Gedanken erlebte ich die Distanz dann und wann nicht mehr ganz so spielerisch. Und auch der einfache Vorgang einer Flugbuchung wollte einfach nicht gelingen. «Noch kurz jenes Projekt abwickeln und diese Herausforderung meistern, bald bin ich ready für den Take off».

 

Wie Haydn’s Sinfonie mit dem Paukenschlag

Klar habe ich in den 2.5 Jahren die temporären Misstöne gehört. Natürlich habe ich mich laufend um Harmonie bemüht, aber meine wirkungslosen «Melodie-Reparaturen» etwas ausgeblendet. Und dann war ich endlich dort. Um das Leben zu feiern und die Toten zu würdigen. Das fühlte sich wie ein einziger gigantischer, nicht enden wollender Hammerschlag an. Ich stand beim versprochenen Wiedersehen alleine da. Mein geliebter Mensch war nicht mehr. Die Zeit war abgelaufen, ihre Endlichkeit hat mich irrsinnig erschüttert. Das Ende einer Story?

Heute. Wenn ich merke, dass ich wieder Dingen hinterher hetze, Puls und Herz rasen, bleibe ich abrupt stehen. Und ich frage mich: «Will ich das? Brauche ich das? Den Kontakt mit diesem Menschen? Dieses Projekt? Diese Art und Weise, dieser Umgangston, diese Oberflächlichkeit?».

 

 

«Was willst Du wirklich?»

Manchmal bin ich ein Trottel. Weil ich Prioritäten falsch setze. Je älter ich werde, je mehr Zeit vergeht, desto mehr verliere ich das. Aber ich reflektiere auch die Signale meines Bewusstseins, von Gelegenheiten und Gesprächen. Ich will kein Trottel sein, ich zeige dem Trottel wo der Hammer hängt und grenze mich von der Trottelogie ab. Basta. Ende der Story.

 

Storytelling ist lernbar. Für kleine und grössere Firmenteams.

  • Halbtag-Training für einen ersten Überblick
  • Ganztag-Training mit einer Skizze für ein eigenes Projekt
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