Kaum ein Thema wird gerade so heiss diskutiert wie dieses: KI ersetzt Jobs. Die Schlagzeilen überschlagen sich, die Prognosen widersprechen sich – und viele fragen sich still: Was wird aus mir?
Doch hinter der Frage «Welche Jobs sind durch KI gefährdet?» steckt eine viel wichtigere: Was passiert mit den Menschen?
Was gerade wirklich passiert
Bleiben wir kurz bei den Fakten. In den USA wurden von Januar bis September 2026 rund 120’000 Stellenstreichungen angekündigt, bei denen Unternehmen KI als Grund nannten. Rund ein Fünftel aller angekündigten Kürzungen wurde 2026 mit KI begründet – häufiger als mit jedem anderen Grund.
Gleichzeitig zeigt eine Analyse von Goldman Sachs: Im April 2026 wurde zwar jede vierte US-Entlassung mit KI begründet, aber nur rund elf Prozent der Unternehmen bauten tatsächlich deswegen Stellen ab. «Workforce Reshaping» nennt man das inzwischen – KI als willkommene Erklärung für Entscheide, die man ohnehin getroffen hat.
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Und die Schweiz? Eine Deloitte-Analyse von 279 Berufen kommt zum Schluss: In den nächsten zehn Jahren erreichen hierzulande rund 900’000 Erwerbstätige das Rentenalter – etwa jede fünfte Person. KI kann diesen Ersatzbedarf nur teilweise auffangen, vor allem in Pflege, Handwerk und Transport. In Software- und Marketingberufen dagegen ist das Veränderungspotenzial hoch.
Die ehrliche Zwischenbilanz: KI vernichtet nicht einfach Jobs. Sie verschiebt, welche gefragt sind. Und sie entscheidet nicht darüber, was aus uns Menschen wird – das tun wir selbst.
Der Stress, den viele längst kennen
Seien wir ehrlich: Viele Arbeitnehmende laufen heute schon auf Reserve. Misskommunikation, Missverständnisse, endlose Threads, die niemanden weiterbringen. Eine Hire-and-Fire-Mentalität, die Sicherheit durch ständige Unsicherheit ersetzt. Und für viele bleibt der Job vor allem eines: der Grund des Gehalts – nicht der Ort, an dem sie ihre Stärke und Leidenschaft leben dürfen.
Die Zahlen dazu sind deutlich. Der Job-Stress-Index von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt: 2022 hatten 28,2 Prozent der Erwerbstätigen mehr Belastungen als Ressourcen – hochgerechnet rund 1,44 Millionen Menschen. Knapp ein Drittel fühlte sich emotional erschöpft. Arbeitsbedingter Stress kostet die Schweizer Wirtschaft geschätzt 6,5 Milliarden Franken pro Jahr. Die neuste Erhebung wurde 2026 durchgeführt, die neuen Zahlen folgen 2027.
Das erschöpft. Das macht krank. Und das Schade daran: Es verschwendet Potenzial – von Menschen und von Organisationen.
Meine Haltung: Es geht mehr denn je um den Menschen
Gerade weil Maschinen immer mehr können, wird der Mensch nicht unwichtiger – sondern zum entscheidenden Unterschied. Was heisst das konkret?
Der Mensch wird zur Resonanz
Geschichten, echte Begegnungen, echtes Verständnis füreinander – das kann keine Maschine ersetzen. Wer weiss, wer er ist, wofür er steht und was er einzubringen hat, wird im KI-Zeitalter nicht überflüssig. Er wird hörbar.
Es gibt immer eine Lösung – und sie beginnt bei Dir
Wir können die Entwicklung nicht aufhalten. Aber wir können entscheiden, wie wir ihr begegnen. Nutze diese Zeit nicht zum Bangen, sondern zum Klären: Was sind Deine Ziele? Was ist Deine Leidenschaft? Und welcher Weg erlaubt es Dir, sie zu leben?
Genau dafür braucht es oft keinen Masterplan – sondern zuerst eine Geschichte: Deine eigene.
Meine Top-Empfehlungen für Dich
1. Finde Dein «Warum». Schreibe auf, was Dir Energie raubt und was Dir Energie gibt. Aus dieser simplen Liste entsteht überraschend viel Klarheit – und meist ein erster Hinweis auf Deinen Purpose.
2. Höre auf die stillen Stories. Was erzählst Du Dir täglich über Deinen Job – und stimmt das eigentlich? Vieles, was uns blockiert, ist eine alte Geschichte, die man neu erzählen kann. Genau hier beginnt Resilienz.
3. Übe bewusste Präsenz. Wer präsent ist, kommuniziert klarer und versteht andere besser – Missverständnisse schmelzen dahin. Fünf Minuten Stille vor einem wichtigen Gespräch wirken Wunder.
4. Lerne, Geschichten zu erzählen. Storytelling ist keine Nice-to-have-Fähigkeit, sondern die vielleicht menschlichste Kompetenz überhaupt. Sie verbindet, überzeugt und schafft Vertrauen – in jeder Zukunft. Das ist gelebte Employability.
5. Sprich mit Menschen, nicht über sie. Ob im Team oder mit der Chefin: Dialog statt Misskommunikation. Fragen stellen, zuhören, verstehen wollen.
Literaturtipps, die mich inspiriert haben
- Viktor E. Frankl: «… trotzdem Ja zum Leben sagen» – über Sinn als stärkste Kraftquelle des Menschen
- Simon Sinek: «Finde Dein Warum» – der Klassiker zur Sinnfrage
- Daniel H. Pink: «Drive» – was Menschen wirklich motiviert (und es ist nicht nur Geld)
- Brené Brown: «Die Gaben der Unvollkommenheit» – Mut, Authentizität und echtes Auftreten
- Cal Newport: «Konzentriert arbeiten» – wie Wertschöpfung im Zeitalter der Ablenkung gelingt
- Kindra Hall: «Stories That Stick» – wie Du mit einfachen Geschichten Wirkung erzielst
Häufige Fragen zu KI, Stress und Storytelling
Welche Jobs sind durch KI gefährdet?
Vor allem Tätigkeiten mit viel Textarbeit, Recherche und Routine – etwa in Software, Marketing und Administration. In Pflege, Handwerk und Transport unterstützt KI eher, übernimmt die praktische Arbeit aber kaum.
Was kann ich tun, wenn KI Teile meines Jobs übernimmt?
Nicht gegen die Technik ankämpfen, sondern das stärken, was nur Du kannst: Beziehungen, Verständnis, Haltung und die Fähigkeit, Menschen für eine Idee zu gewinnen. Und ehrlich prüfen, wohin Du eigentlich willst.
Wie finde ich wieder Sinn in meinem Job?
Kann man Storytelling lernen?
Fang bei Dir selbst an
Die Zukunft gehört nicht denen, die am lautesten klagen, sondern denen, die jetzt handeln. Die Zeit ist reif – nutze sie, um Deine Ziele, Deine Leidenschaften und Deinen Weg zu finden.
Wenn Du dabei Begleitung möchtest: Ich biete unverbindliche Kennenlerngespräche an – für eine Workshop-Serie, Packages oder Story-Coaching im Bereich Business Storytelling. Lass uns herausfinden, welche Geschichte Du als Nächstes erzählen willst.
Melde Dich – ich freue mich auf Dich.
Ancilla