Ist Ihr Unternehmen der Held?

Ist Ihr Unternehmen der Held?

Ist Ihr Unternehmen der Held?

Bildquelle: King Lip, unsplash.com

Die erste Frage, die Sie sich stellen können: Erzählen Sie als Botschafter*In eines Unternehmens Geschichten?

Keine Rolle spielt dabei, ob Sie CEO, Mitglied der Geschäftsleitung oder der Portier am Haupteingang des Hauptsitzes sind. Die weiteren Fragen sind:

  • welche Geschichten werden erzählt
  • sind diese stimmig
  • erzählen alle die gleichen Geschichten
  • sind die Geschichten glaubwürdig

Sie wissen wahrscheinlich bereits, dass Sie Geschichten erzählen/einsetzen sollten (wegen der Vorteile beim Einsatz von Geschichten). Die Geschichten sollten stimmig sein (Effekt von Geschichten) sowie stringent. Letzteres bedeutet: die Geschichten sollten glaubwürdig und aus aller Munde gleich oder ähnlich sein. Sie können sich denken, dass es nicht sehr vorteilhaft ist, wenn Mitarbeitende erzählen, dass die Kund*Innen im Zentrum sind. Die Kund*Innen hingegen die Story verbreiten, wie unzuverlässig und unhöflich man in Ihrem Unternehmen behandelt wird.

Die Geschichte von Volvo

Bildquelle: Michel Grolet, Unsplash.com

Betrachten wir Volvo. Seit Jahrzehnten ist die Geschichte die gleiche: «Wir sorgen uns um ihre Sicherheit. Deshalb sind unsere Autos sicher.» Selbst ich habe diese Geschichte schon als Kind mitbekommen: Volvos wurden in Familien von den Vätern meiner Schulkamerad*Innen gefahren, die auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bequemlichkeit Wert legten. Die Väter waren in der Regel Ärzte, Lehrer oder Steuerberater und legten weniger Wert auf die Ästhetik oder Sportlichkeit.

 

Sicherheitsinnovationen und …

Die Vision von Volvo: Niemand soll in einem neuen Volvo schwer verletzt werden oder ums Leben kommen. Volvo steht für eine Reihe von Sicherheitsinnovationen: angefangen mit dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt (1959), über das Seitenaufprallschutzsystem SIPS (1991) hin zur Fussgängererkennung mit Notbremsfunktion (2010). Weitere Innovationen finden sich hier.

 

… Nachhaltigkeit

Bildquelle: Stephen Cook, Unsplash.com

Doch selbstverständlich ist heute auch das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Vor allem deshalb, weil andere Automarken auch Innovationen im Bereich Sicherheit auf den Markt brachten und bringen. Ab 2019 rüstete Volvo jedes ihrer Fahrzeuge mit einem Elektromotor aus. Das Ziel: Bis 2025 sind 50% der jährlich verkauften Fahrzeuge vollelektrisch, der Rest besteht aus Hybridfahrzeugen.

Dazu gibt es seit April 2021 diese Story:

 

Eine toll gemachte Geschichte! Aufwendig, rasant, spannend, mit der typischen Art von Volvo-Humor. Vor allem gibt es diese überraschende Wende am Schluss: bewegend, berührend und zum Nachdenken anregend. Oder, was denken Sie?
Ich finde die Geschichte nicht schlecht. Doch das Beispiel zeigt etwas Wichtiges auf: Denken Sie stets an die anderen Stories!

 

Die andere Story

Bildquelle: Precious Madubuike, Unsplash.com

Da gibt es diese andere Story: die der seltenen Erden, welche für den Bau von Batterien benötigt werden. Diese seltenen Erden werden in armen Ländern zum Teil unter unmenschlichsten Bedingungen (z.B. Stichwort Kinderarbeit) abgebaut. Eine weitere Story ist: die Entsorgung der Batterien, wenn die Lebensdauer abgelaufen ist. Eine weitere Story: Die Versorgung der Elektroautos mit Strom.

Es wird nicht erwartet, dass in einem so tollen Video auch die Fragen zu den oben genannten Themen beantwortet werden. Jedoch muss eine Auseinandersetzung damit stattfinden, die auch ersichtlich ist und mehr Raum einnehmen darf als die Deklaration von «We are implementing a dedicated supplier Sustainable Minerals Program». Warum? Diese anderen Geschichte existieren und werden erzählt. Wer nur an der eigenen, wenn auch schön konzipierten Geschichte festhält, ohne auf die anderen Geschichten einzugehen, hat ein Problem mit der Glaubwürdigkeit.

 

Weiterführende Links:

www.volvocars.com/de-ch/v/car-safety/safety-heritage

www.volvocars.com/de-ch/v/sustainability

 

BE THE STORYTELLER

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Impact Consulting
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Waserstrasse 61
CH-8053 Zürich
ancilla.schmidhauser@impactconsulting.ch
+41 79 542 92 79

Story des Monats: Wir sind Helden

Story des Monats: Wir sind Helden

Geplant war, den Mai-Storyletter am letzten Tag des Monats zu versenden. Doch dann kam das Wasser. Zuerst wolkenbruchartig vom Himmel, dann wie ein Sturzfluss den Berg runter, und schliesslich drang es durch das Kanalsystem in die Keller ein.

Unsere Nachbarschaft funktionierte vorbildlich in Sachen Kommunikation und Hilfsbereitschaft: vom Informieren aller Betroffenen, zum Wasserschöpfen, hin zur Plauderei, während man barfuss durch das Wasser watete und dabei Witze riss von wegen gratis Kneippkur und so.

Das Wasser liess sich davon nicht beeindrucken. Als es mehr wurde, beschloss ich, die Feuerwehr zu rufen. «Es tut mir leid, es geht NICHT um Leben und Tod. Wir haben bloss Wasser, ABER es steigt.» Der Disponent war freundlich und versprach, jemanden zu schicken. Wir schöpften weiter.

Irgendwann konnte man aus der Ferne eine Sirene hören, immer lauter, bis sie schliesslich vor unserem Haus verstummte. «Jesses, sie sind gekommen!» Wir schauten einander an und flitzten zur Türe. Und tatsächlich, da standen sie: zwei prächtige Feuerwehrmänner der freiwilligen Feuerwehr Zürich, Stützpunkt Höngg!

Uns kam es vor wie Weihnachten. Unsere Freude war riesig, unsere Augen leuchteten, wie Kinder scharten wir uns um den Weihnachtsmann, äh um die beiden. Die beiden waren cool, schauten sich um, lachten verschmitzt und fingen sofort mit der Arbeit an: Wasser abpumpen.

Wir hingegen hatten einfach unbändige Freude! Nie hätten wir gedacht, dass die Feuerwehr uns beehren würde. Da Draussen tobte schliesslich das Wasser und verursachte ganz andere Probleme, die in unseren Vorstellungen viel eher der Hilfte einer Feuerwehr bedurften.

Die beiden Männer arbeiteten konzentriert und ich konnte nicht anders und nutzte die Gelegenheit, aus erster Hand Relevantes zu erfahren: «Wie ist es so bei der Feuerwehr? Haben die Stiefel Stahlkappen (nachdem der Gullideckel auf dem Fuss des einen Feuerwehrmannes landete)? Müssen sie morgen normal zur Arbeit? Möchten sie einen Kaffee oder Bier (alle prusteten los, natürlich ging Alkohol gar nicht!)?»

Die beiden hatten Freude. Das war unverkennbar. Vielleicht fühlten sie sich gebauchpinselt. Vielleicht hatten sie Freude, weil wir solche Freude hatten. Weil die Feuerwehr UNSER Freund und Helfer war. Und wir fast ein bisschen besorgt waren, dass sie morgen wieder normal zur anderen Arbeit fahren mussten. Obwohl die Nacht wegen weiterer Einsätze noch etwas länger dauern würde.

Als das Wasser schliesslich besiegt war, war unser Dank noch grösser. Die beiden lachten bescheiden: «Uns macht diese Arbeit Spass und wir freuen uns, wenn wir helfen können! Es war uns eine Freude, mit Sirene und Blaulicht von Höngg nach Witikon zu fahren.» Dann verschwanden sie in der dunklen Nacht. Ohne Sirene und Blaulicht.

Zurück blieben wir. Verträumt unseren Gedanken nachhängend. DAS ist der Stoff, aus dem grosses Kino und Romane gemacht werden. Star Wars, Harry Potter, Pretty Woman, Vom Winde verweht, Herr der Ringe, Avatar, Die Matrix, Kleine Ente, Freiwillige Feuerwehr Zürich: Diese Geschichten packen uns!

Denn darin befinden sich Hindernisse, Rückschläge, Dramen, Träume und deren Verwirklichung. Wir erleben Liebe, Mut, Ehre, Treue, Schutz der Familie, Wiederherstellung von Gerechtigkeit. Filme und Bücher hin oder her: Die Helden sind unter uns! Sie sind mit uns. Wir sind Helden. Jeden Tag (er)leben wir unseren eigenen Lebensfilm voller Emotionen, Spannung, Tragödie, Drama. Besser als jeder Blockbuster. Es ist unser Leben, das die Vorlagen für unsere Geschichten liefert. Unsere Herausforderungen und deren Bewältigungen sind zahlreich – im Beruf als auch im Privatleben.

Ich nutze mein Leben als Quelle für meine inspirierenden und motivierenden Geschichten. Und generiere Aha-Momente für mein Publikum. Echt, glaubwürdig und als Mensch. Dieses Mal mit meinen Feuerwehrmännern!

 

Anhand der Heldenreise können Sie Ihre eigenen Geschichten entwickeln. Vereinfacht besteht sie aus 5 Etappen:

  1. Ruf des Abenteuers
  2. Aufbruch ins Unbekannte
  3. Weg der Prüfungen
  4. Eroberung des Schatzes
  5. Rückkehr mit dem Schatz.

 

Angelehnt an Joseph Campell und Christopher Vogler.