Story des Monats: Wie erzähle ich die Story meiner Abteilung?

Story des Monats: Wie erzähle ich die Story meiner Abteilung?

Simon Sinek hat die Thematik vor einigen Jahren wirksam in die Köpfe einiger Menschen zurückgebracht: THE WHY oder die Passion. Er zeigte auf, dass viele Unternehmen und Organisationen darüber kommunizieren:

  • was sie tun
  • wie sie es tun

Worüber nicht gesprochen wird

Er zeigte auf, das viele nie oder selten darüber sprechen, warum sie etwas tun. Über die Passion zu sprechen ist eine Möglichkeit, sich in der Kommunikation abzuheben. Wer spricht über die Passion? Oder anders gefragt: Wer hat heute Passion für das, was sie oder er tut? Welche Unternehmen und Organisationen vermitteln glaubwürdig eine Passion für das, was sie tun? Apple ist ein Beispiel: über Leidenschaft sprechen und Kundinnen und Kunden gewinnen. 

Braucht es Passion?

Ich bin der Meinung, dass Passion die Basis für Erfolg bildet. Was ich mit Leidenschaft tue, mache ich (in der Regel – es gibt sicherlich Ausnahmen) gut. Passion steckt an, lädt Menschen ein, sich mit den Werten einer Marke zu verbinden/zu identifizieren. Menschen mögen lieber Produkte und Dienstleistungen, die mit Passion (von Menschen) erschaffen, geleistet werden.

Beyer Chronometrie – Leidenschaft für Uhren und Schmuck

Das Familienunternehmen mit seinen Räumlichkeiten an der Bahnhofstrasse existiert seit 1760 und wird heute in 8. Generation von René Beyer geleitet. Bei Beyer Chronometrie stösst man auf Leidenschaft. Die Mitarbeitenden sprühen vor Leidenschaft, das lässt sich in den Beratungsgesprächen sofort feststellen. Erfahrungen, Wissen und Empathie für die Menschen sind spürbar. Die Art und Weise, wie die Schaufenster thematisch gestaltet werden, zeugt von Leidenschaft. René Beyer zu erleben, ihn über seine Passion referieren zu hören, das ist Leidenschaft pur. Auf Kundenveranstaltungen ist in jeder Minute Leidenschaft in Form des Engagements des Teams spürbar. Als sich einige Fachgeschäfte weigerten, meinen Wunsch Realität werden zu lassen, betrat ich das Ladengeschäft von Beyer Chronometrie.

Der Unterschied

Ich breitete meine «alten» Schmuckstücke aus. Aus den diversen Edelsteinen möchte ich etwas Neues gestalten lassen. Etwas, das zu mir passt und das ich mit Freude tragen kann. Die Goldschmiedin flippte erst mal aus: Sie war von meinem Wunsch und der Fülle der Steine begeistert! Schnell spürte ich: Hier lässt sich etwas machen. In den nächsten Tagen werde ich erste Vorschläge sehen und bin natürlich gespannt.

Passion – überall

Die Goldschmiedin erzählt eine Liebesgeschichte mit folgenden Protagonisten:

  • Kunde/Kundin und sein/ihr individuelles Schmuckstück
  • das Team der Goldschmiedinnen und -schmiede und Schmuck im allgemeinen

Deshalb werden nur hochwertige Materialien verwendet und individuelle Stücke gefertigt. Das Team ist hervorragend künstlerisch und handwerklich ausgebildet und firmiert die Schmuckstücke mit den eigenen Meistermarken, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit ermöglichen (eine Einzigartigkeit in der Branche).

Gelebte Werte

Die Geschichte, die erzählt wird, stimmt. Es sind gelebte Werte, keine behaupteten. Jede Kundin und jeder Kunde kann sich selbst davon ein Bild machen und die Werte erleben. Das ist die Basis für Vertrauen. Das Team der Goldschmiedinnen und Goldschmiede von Beyer Chronometrie hat ihre Passion auch in Kommunikationsmittel übersetzt. Eines möchte ich Ihnen hier zeigen. Ich finde, der Titel LIEBE würde ganz gut passen.

Beyer Chronometrie

Danke an Karin Hartmeier, Marketing – Verantwortliche PR & Sponsoring, Beyer Chronometrie
Foto: Danke an Beyer Chronometrie

Wie Sie den Leuten eine Story geben können: tun Sie etwas anders

Wie Sie den Leuten eine Story geben können: tun Sie etwas anders

Wie Sie Menschen dazu bringen, eine besondere Story über Sie und Ihr Unternehmen zu erzählen? Indem Sie Ihnen die Story liefern, weil Sie etwas anders machen, als der Rest Ihrer Branche.

Anbei ein Beispiel aus dem Makler-Bereich. Gefunden auf: haufe.de

Storytelling für Makler: die Kunden werden Schlange stehen

Alle sind auf der Suche. Sei es die lang ersehnte Wohnung zu zweit, neue Kunden oder der Traumjob. Der Haken an der Sache: das Angebot. Es gibt zu viel! Die Werbung spuckt jeden Tag tonnenweise Immobilienanzeigen aus – aber welche ist die richtige? Wo stimmt die Qualität? Wirklich Gutes im Leben findet sich mittlerweile nur noch per Empfehlung. Was Makler brauchen ist eine gute Story.

weiterlesen auf der Seite haufe.de

Foto: Thanks to Toa Heftiba on Unsplash

Story des Monats: Ist Käsen Männersache?

Story des Monats: Ist Käsen Männersache?

Für Christina Bachmann-Roth war klar: Wir brauchen eine klare und wirksame Story. So entstand “Ist Käsen Männersache?” Doch wie bringt man dies direkt an die richtigen Zielgruppen? Die Story wurde entwickelt und vor der Kamera geübt. Und schliesslich war sie im Kasten. Das Resultat können Sie unten im Video begutachten.

Genuss und Freude

Gaudis AG kommt vom Lateinischen und bedeutet Genuss, Freude. Genau das will die Handelsplattform bewirken, indem exzellente Produkte aus ländlichen Regionen ihren Weg über den Einzelhandel zu nachhaltigkeitsbewussten, genussfreudigen Konsumenten finden. Naheliegend, dass das Gaudis-Siegel exzellente Produkte, die in der Region produziert, verarbeitet und veredelt wurden, kürt. In ländlichen Gebieten leistet Gaudis AG so einen Beitrag zu höherer Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit und schafft Arbeitsplätze.

Gemeinsam mit Käsereien und Landwirten zur Nachhaltigkeit

Unter der Leitung von Christina Bachmann-Roth führt Gaudis AG die regionale Marke Michelsamt (Gemeinden Beromünster und Rickenbach LU). Aktuell haben sich darin 50 aktive Mitglieder, darunter zwei Käsereien und rund 30 Landwirte, zur Wertschöpfungsgemeinschaft Michelsamt (WGM) zusammengeschlossen. Sie werden in ihrem Vorhaben durch finanzielle Beiträge von Bund und Kanton Luzern unterstützt. Michelsamt-Produkte sind in über 150 Coop-Filialen sowie in Fachgeschäften und Gastronomiebetrieben erhältlich.

Die Story in Wort und Bewegtbild sorgt für Aufmerksamkeit und Wirkung

Zusammen mit Christian Mossner von Canon und Johann Mannes führten wir den Workshop Video-Storytelling durch. Die Resultate waren starke Auftritte durch starke Persönlichkeiten, die eine wirksame Story vor der Kamera zu erzählen wussten. Einig waren sich alle: Ohne eine Story bringt der beste Film nichts. Doch wie genau kommt man auf eine gute Story?

Eine Story lebt von Werten, Nutzen, USPs und Emotionen

Indem man Werte, Nutzen und Alleinstellungsmerkmale in eine Story packt, diese mit Emotionen anreichert, die Länge nicht überstrapaziert und schliesslich übt. Zuerst vor dem Spiegel, dann vor Vertrauensmenschen und dann vor der Linse einer Kamera. Christian Mossner und Johann Mannes haben die Anleitung Video-Storytelling verfasst. Diese ist Basis für den Workshop.

Wie es den Teilnehmenden im Workshop ergangen ist, lesen Sie hier aus der Sicht von Christian Mossner auf seinem Blog.

Mehr Infos zum Workshop Video-Storytelling finden Sie hier.

Gegen das Wirrwarr der Jahreszahlen

Gegen das Wirrwarr der Jahreszahlen

Eine Jahreszahl jagt die andere. Einzelne Ereignisse sind zusammenhangslos aneinander gereiht. Die Liste der Meilensteine scheint unendlich. So oder ähnlich trocken präsentieren viele Unternehmen ihre Geschichte online. Schade, dass dann viele Besucher die Website gelangweilt verlassen. Das muss nicht sein.

Wer behauptet, dass die Unternehmensgeschichte eine Online-Sammlung an Jahreszahlen und Fakten sein muss? Ich wette, dass sich kaum ein Besucher daran erinnert – wenn Sie jedoch eine spannende Geschichte erzählen, dann schon. Davon gibt es in Ihrer Unternehmensgeschichte sicher viele. Fangen Sie am besten mit der Gründung an: Sie hat besonders viel Potenzial für Storytelling mit der klassischen Heldenreise.


Wie geht Storytelling mit Unternehmensgeschichte?

Ich lese auf der Website eines Unternehmens:
1908    Thomas Sullivan begründet sein Teeimperium mit der Erfindung des Teebeutels

Schön und gut. Aber das klingt ziemlich abstrakt, nicht? Zumindest bei mir entsteht da kein Kopfkino. Anders aber, wenn ich folgende Zeilen lese:

New York 1908: Teehändler Thomas Sullivan hat eine neue Teesorte entdeckt. Er möchte sie seinen Kunden schmackhaft machen und ihnen Kostproben schicken. Aber die Blechdosen, in die er sonst den losen Tee einfüllt, sind ihm zu teuer. Stattdessen wickelt er die Proben in kleine Seidentücher ein und verschickt sie so an seine Kunden. Ohne es zu ahnen, hat er damit etwas Bahnbrechendes erfunden: Die Kunden packen die Teeblätter erst gar nicht aus, sondern verwenden sie gleich als Teebeutel. Begeistert bestellen sie neue…


Mein Tipp: Erzählen Sie Ihre Geschichte(n)!

Begeistern Sie Ihre Leser mit Geschichten aus Ihrer Unternehmensgeschichte! Und zeigen Sie dazu historische Fotos. Das macht Ihre Erzählungen noch eindrücklicher!

Foto: Angela Lamprecht

Friederike Hehle ist Geschäftsführerin von historizing. Mit ihrer Geschichts-Agentur erforscht und erzählt sie die Geschichte(n) von Unternehmen und macht diese im Marketing sichtbar. www.historizing.at

Durch Erzählungen das Unsichtbare sichtbar machen

Durch Erzählungen das Unsichtbare sichtbar machen

Kennen Sie Ihr Uhrwerk?
Was tun, wenn man nicht so recht weiß, wie das Unternehmen so «tickt», welche Werte, welche Glaubenssätze und welche Verhaltensregeln wirken und das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen? Da diese Phänomene unter der Oberfläche liegen, sind sie schwer zu fassen und zu begreifen, ganz so, wie die innere Mechanik im Uhrgehäuse nicht sichtbar ist, sondern man nur den Lauf der Zeiger beobachten kann.

Innere Mechanismen sichtbar machen
Doch um etwa eine Core-Story für eine Marketing-Kampagne oder eine Employer-Branding-Initiative erfolgreich durchzuführen, ist es natürlich sehr wichtig, zu wissen, wie die inneren, nicht sichtbaren Mechanismen im Unternehmen aussehen! Gleiches gilt für alle Change-Management-Initiativen: Wenn das Unternehmen nicht genau weiß, welche Glaubenssätze mit Veränderungen assoziiert sind, wird eine Change-Maßnahme ein sehr steiniger Weg mit recht wenig Wahrscheinlichkeit auf Erfolg werden.

Was also tun, um mehr über das Innere im Gehäuse zu erfahren?
Ein Erzähl-Workshop ist eine einfache narrative Methode, die alle in diesen Prozess Eingebundenen zum gegenseitigen Teilen ihrer Erfahrungen einlädt: «Woher kommen wir? Welche Situationen sind typisch für uns? Wie sind wir so geworden, wie wir sind?» Schnell werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Erzählungen sichtbar. Die einzelnen Episoden, die erzählt werden, bieten in der Summe und im Vergleich miteinander für die Anwesenden eine sehr gute Reflektionsfläche, um mehr über die unsichtbaren Regeln und Glaubenssätze zu erfahren.

Was braucht man für einen Erzähl-Workshop?
Fast nichts! Einen Raum, einen Stuhlkreis mit maximal 16 Stühlen, eine Metaplanwand und Karten, auf die Titel geschrieben werden, die die Teilnehmer ihren Erzählungen geben. 2-3 Stunden Zeit und eine Moderation, die darauf achtet, dass nicht Meinungen und Interpretationen («Wir sind ein Unternehmen, das auf traditionellen Werten beruht») die Runde machen, sondern ausschließlich konkrete Erlebnisse und Erfahrungen erzählt werden.
Haben alle ihre Erlebnisse erzählt und hängen die Titel an der Wand, kann die Moderation zusammen mit der Gruppe analysieren, was in den Geschichten steckt: wie erleben wir Veränderung? Was ist unser tiefstes Motiv, warum gibt es unser Unternehmen, was macht es besonders? All diese Fragen liegen in den Erzählungen der Teilnehmer, man muss sich nur die Zeit nehmen, ihnen zuzuhören.

Beste Grüße sendet Ihnen

Christine Erlach, NARRATA Consult
Autorin, Beraterin und Trainerin zu Storytelling und narrativen Methoden in Unternehmen
www.narrata.de

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